Sein Regisseur der eigenen Geschichte sein

Neulich griff ich das Thema “Geschichte erzählen” aus der Perspektive der Befundung auf http://blog.tina-knape.de/2021/06/24/erzaehl-deine-geschichte-ganz-genau.

Im Coaching gibt es zusätzlich eine andere Variante, wie das Erzählen der eigenen Geschichte einen neuen Boden der Wahrnehmung ebnen kann. Ganz praktisch heißt das folgendes:

Setzen Sie sich mit einer guten Freundin/ einem guten Freund wohlig zusammen und erzählen Sie sich Ihr Leben. Wie ging es los? Damals, als Baby, als Kind, als Jugendliche*r. Wer waren Ihre Begleiter? Wo haben Sie sich wohl gefühlt? Was war einschneidend? Wie fühlte es sich an, zuhause auszuziehen und als Erwachsene*r erste eigene Schritte zu gehen und für Ihr Leben die volle Verantwortung zu tragen? Wie haben Sie Ihre persönlichen Meilensteine und besonderen Ereignisse erlebt?

Versuchen Sie, Ihr Leben als eine Geschichte ähnlich eines Romans zu erzählen und lassen Sie sich überraschen, welche Situationen Ihnen ins Gewahrsein kommen. Was davon berührt Sie trotz einer gewissen Zeitverzögerung noch immer? Ihr Kompagnon ist einfach da, ist präsent, ist Zeuge — ein aufmerksamer Zuhörer Ihrer Geschichte. Freundlich und wertfrei. (Sollten Sie da gerade niemanden Adäquates in Ihrer Nähe haben: Ein Tagebuch ist auch ein wunderbares Medium und ein geschriebenes Wort hat noch einmal eine ganz eigene Kraft.)

Hören Sie sich selbst zu. Lassen Sie es wirken. Wie klingt Ihre Geschichte?

Danach ist Ihr Gegenüber dran. Seien Sie nun ein mitfühlender Zuhörer für die Geschichte ihres Begleiters. Was davon berührt Sie dabei? Was für eigene Saiten lässt es in Ihnen schwingen?

Je nachdem in welcher Lebenslage oder -phase Sie sich gerade befinden (und es sich beispielsweise wie “feststecken” statt “fließen” anfühlt), hilft es, sich bewusst zu machen: Sie können selbst die Rolle des Regisseurs Ihrer eigenen Geschichte sein. Schreiben Sie Ihre Geschichte um! Erzählen Sie Ihre Geschichte, wie Sie sie gern erzählen würden. Das geht einerseits hinsichtlich Ihrer Vergangenheit (eher als Experiment, sich zuzuhören, wie das denn wäre) — aber andererseits auch, wie Sie Ihre persönliche Story weiterschreiben würden. Erfinden Sie einen überraschenden Verlauf und lassen Sie Ihrer Kreativität, Ihrem Mut, gar Ihren Verrücktheiten freien Lauf. Entwickeln Sie neue Kapitel in Ihrem persönlichen Film. Wie wäre der Titel Ihrer Geschichte? Was für Varianten des Filmes fallen Ihnen ein? Spielen Sie!

Auf einem Kalender entdeckte ich den Spruch: Es gibt nicht nur Option A und B. Das Alphabet hat noch 24 weitere Buchstaben!

Also: Geist weit und Vielfalt zulassen. Spinnen Sie ruhig ein bisschen. Erlauben Sie sich Unerlaubtes. Auch so ist es möglich, in einer sich eng anfühlenden Situation wieder mehr Raum hinzu zu gewinnen und sich andere Gedankengänge zu erlauben. Damit öffnet sich Tür und Tor, dass neue Erlebnisse und andere Verläufe sich einstellen können.

Viel Freude beim Geschichten erzählen und neu kreieren. Think big and bright.

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