Re-Post über Weihnachtsfeierplanungen und Lösungsansätze in 2021

Mit den Herbststürmen kommen die Überlegungen von Unternehmen, wie denn wohl dieses Jahr, diesen nun zweiten “Corona-Winter”, eine Weihnachtsfeier aussehen könnte. Letztes Jahr waren das meine Gedanken dazu: http://blog.tina-knape.de/2020/11/26/weihnachtsfeier-ausfallen-lassen-wegen-des-grossen-c-aufgewacht/

Leider sind mir mit den diesjährigen Geschichten bisher keine neuen kreativen Lösungsansätze zugetragen worden. Eine Freundin in Berlin arbeitet in einem Unternehmen mit über 100 Mitarbeiter. Da große Locations tendenziell auf 2G setzen, bleiben (ein paar wenige, aber scheinbar zu ignorierende) Kolleg*innen von der Einladung von vornherein ausgeschlossen. Ein Freund in Dresden berichtete hingegen, dass es eine gewisse Aufmerksamkeit braucht, bei der Restaurantsuche für Firmenfeiern eine Möglichkeit zu finden, dass einer ihrer im Rollstuhl sitzenden Mitarbeiter genauso in der Teilnahme berücksichtigt wird. So geht Integrieren — was hingegen mit 2G völlig fehlt und diese Tatsache des “In-Kauf-nehmens” wird erschreckenderweise salonfähiger.

Was auch nach anderthalb Jahren Pandemie nicht kreativer geworden ist, ist der Ansatz, die aktuellen Regeln einzuhalten UND trotzdem feiern zu können, in welcher Form auch immer. Eine Absage als alleinige Möglichkeit in Betracht zu ziehen, ist keinerlei Weiterentwicklung. Auf manch Mitarbeiterzufriedenheits-Fragebögen gibt es meist keinen Unterpunkt, der das “neue Miteinander” beleuchtet. Wäre nicht gerade die Art des sozialen Austauschs auch ein zeitgemäßes Thema in der Pandemie? Was bieten wir unseren Mitarbeitern? Wie fühlt sich der soziale Zusammenhalt nun an? Wie erhalten Sie Feedback, gar Anerkennung und Dank? Wie geht es Ihnen als Arbeitgeber, den Kontakt zu Ihren Kollegen zu halten, ohne, dass es allein in Präsenz umsetzbar ist? Wie geht es Ihnen als Arbeitnehmer*innen im Homeoffice oder anderswo an Ihrem Arbeitsplatz? Wie gestalten sich nach all der Zeit Ihre Arbeitsbedingungen? Was macht die fehlend professionell ausgestattete Ergonomie mit “Bürostuhltätern” ohne echten Bürostuhl? (Doch das wird nochmal ein eigenes Thema.)

Mit all den Erfahrungen, die wir aufgrund von Corona und den entsprechenden Umständen haben, hinkt in meinen Augen die Lösungsfindung für alternative Wege des Miteinander noch immer deutlich hinterher. Für manche wird der Radius der freien Freizeitgestaltung stark eingeschränkt. Für andere entwickelt sich ein Automatismus, dass Einschränkungen zum Leben gehören. Wieder andere sind froh, dass nicht mehr alles geht, weil ihnen diverse Ängste in den Knochen stecken.

Ist das Konzept “Feier” mit Kollegen überholt? Sozialer Austausch mit anderen Mitarbeitern nicht mehr relevant? Ist die Mitarbeiterzufriedenheit als Ausdruck für einen interessierten Arbeitgeber unter den Sparstift gerutscht, weil die Alternativen zu wechseln ebenso eingeschränkter möglich sind?

Manchmal empfinde ich in letzter Zeit Weltschmerz darüber, was sich in der “neuen Zeit” (noch) nicht mit Weiterentwicklung und Kreativität etabliert hat — und was an echten Werten wie Miteinander, Gleichberechtigung, Zugewandtheit etc. verloren geht und häufig so hingenommen wird.

Mögen wir das “Fest der Liebe” neu und anders wiederentdecken. Vielleicht braucht es vorher nochmal eine Definition von LIEBE 2021?! Herz weit!

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