
Das Jahr startete meinerseits mit viel körperlicher Ruhe, mehr, als ich geplant hatte. So ging auch schon das alte Jahr malade zu Ende, nur, dass da der Ausblick aus dem Ferienhausbett in die provenzialischen Berge sonnenbeschienener und abwechslungsreicher war.
Im buddhistischen Sinne stellt jede Krankheit eine Art Grundreinigung dar. Mit dem Durchlaufen von Erkältung, Grippe und Co ist der Körper aufgefordert, seine Abwehr zu stärken und –zumindest in diesem Bereich– widerstandsfähiger daraus hervorzugehen. So bricht etwa eine geheilte Fraktur nicht erneut an derselben Stelle, sondern höchstens oberhalb und unterhalb dieser, da die neue Kallusbildung an der Bruchstelle für ausgeprägtere Stabilität sorgt. (Grundvoraussetzung ist jeweils, dass Heilung in einem physiologischen Rahmen stattfindet kann.) Krankheit als körperliche und mentale Auszeit zu sehen, sie zum Speicher füllen zu nutzen, während der Körper sein Abwehrteam trainiert — das ist eine positive Sichtweise auf “Rumhängen und einen begrenzten Aktivitätsradius haben”.
Doch für was könnte die Grundreinigung der Grundstein sein? Was ist Ihr Ausblick fürs neue Jahr? Aktuell (zumindest in nordeuropäischen Breitengraden) steht der Monat Januar für die Einkehr, den Winter, Innenschau, Ruhe, für Energiezentrierung. Es gilt, Wurzeln und Stamm zu stärken, denn noch ist es jahreszeitlich viel zu früh zum Aussprossen. Zwar wechseln wir kalendarisch ins neue Jahr, doch ist die Natur noch nicht so weit, einen neuen Zyklus an Erwachen zu starten. Auch das kalte Wetter fordert uns heraus, die Kraft gut bei uns zu behalten, innen verbunden zu bleiben, schützende Kleidungsstücke zu tragen, unsere Mitte zu stärken, Wärmendes zu konsumieren. Erst im Frühling geht es ums Grünen, Sprießen und Erblühen. Soweit sind wir noch nicht. Frühlingsanfang ist traditionell erst am 20. März.
Als Vorbote startet das Jahr des Pferdes Mitte Februar: Ab dann wird es stimmiger, mit den Hufen zu scharren und Kräfte für eine Vorwärtsbewegung zu nutzen. Pferde haben Kraft, es heißt nicht umsonst Pferdestärke. Der Bewegungswille ist stark. Doch wohin? Haben Sie schon eine Laufrichtung im Sinn? Über diese Ausrichtung lohnt es sich in der Innenschauzeit zu reflektieren und sich zu fragen: Wo darf die Energie sich denn hin entfalten?
Antworten oder zumindest Tendenzen gilt es in den ruhigeren Zeiten zu verdichten und innen zusammenzusammeln. Das bietet einen Nährboden für neue Sichtweisen und Handlungsschwerpunkte.
Genießen Sie die dunklen, langen Nächte der Wintermonate (auch für ausreichend Schlaf), bis Licht und Vogelgezwitscher nach und nach all unsere Sinne erwachen lassen. Alles zu seiner Zeit.
Wohliges Neues.